Selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben, aber im Notfall sofort verlässliche Hilfe rufen können: Das Betreute Wohnen (im Fachjargon Service-Wohnen genannt) ist für viele ältere Maintalerinnen und Maintaler die ideale Zwischenstufe vor einem Pflegeheim. Doch die Kostenstrukturen und Betreuungsverträge verlangen einen genauen Blick. Dieser Ratgeber stellt die Maintaler DRK-Wohnanlagen vor, schlüsselt Mieten und Betreuungspauschalen auf und schützt vor Vertragsfallen.

Als das alte Einfamilienhaus meiner Eltern nach dem Tod meines Vaters zu groß wurde, standen wir vor einer schweren Wahl. Der große Garten wuchs über den Kopf, die Treppen machten den Knien meiner Mutter zu schaffen. Für ein Pflegeheim war sie viel zu rüstig. Sie wollte ihre vertrauten Möbel mitnehmen, ihren eigenen Kuchen backen, aber sie wollte die Sicherheit: Wenn nachts etwas passiert, drückt sie auf den Funkfinger am Handgelenk und Hilfe ist da.

Genau das leistet Wohnen mit Service. Man mietet eine barrierefreie Wohnung und schließt parallel einen Betreuungsvertrag ab. Doch Vorsicht: Der Begriff Betreutes Wohnen ist gesetzlich nicht geschützt. Erst ein genauer Blick auf die Trennung von Miete, Betriebskosten und Grundpauschale schafft verlässliche Klarheit.

1. Die drei Kostenkomponenten im Service-Wohnen

Die monatliche finanzielle Belastung setzt sich in Maintal aus drei getrennten Bausteinen zusammen:

  1. Kaltmiete: Abhängig davon, ob es sich um öffentlich geförderten Wohnraum (mit Wohnberechtigungsschein / WBS) oder frei finanzierten Wohnraum handelt. Im geförderten DRK-Bestand in Maintal liegen die Kaltmieten bei günstigen 6,79 bis 8,45 Euro pro Quadratmeter, frei finanziert bei rund 10,00 Euro. Auf dem freien Markt bewegen sich barrierefreie Seniorenwohnungen zwischen 12,00 und 16,50 Euro pro Quadratmeter.
  2. Betriebskosten-Umlage: Heizung, Kalt- und Warmwasser, Müllabfuhr, Hausmeister, Gartenpflege und Aufzugswartung. In den DRK-Service-Wohnanlagen liegt die Vorauszahlung bei einheitlich 3,50 Euro pro Quadratmeter. Der Haushaltsstrom wird separat über den gewählten Stromversorger abgerechnet.
  3. Betreuungspauschale (Grundpauschale): Vergütet die ständige Vorhaltung des 24-Stunden-Hausnotrufsystems, feste Ansprechpartnerinnen vor Ort, Beratungsstunden und die Organisation von Freizeitaktivitäten. In Maintal beträgt sie je nach Haus 70 bis 95 Euro für Alleinstehende und 95 bis 140 Euro für Paare.

2. Die drei DRK-Wohnanlagen für Service-Wohnen in Maintal

Die Trägergesellschaft Wohnen und Pflege im Alter in Maintal gGmbH (DRK) stellt das zentrale Angebot an betreuten Wohnungen im Stadtgebiet bereit:

DRK Wohnen mit Service Bischofsheim (Am Frauenstück 1 / 3)

Standort: Am Frauenstück 1 / 3, 63477 Maintal-Bischofsheim
Wohnungen: 33 barrierefreie 1,5- und 2-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 46 und 58 Quadratmetern.
Kosten: Kaltmiete öffentlich gefördert 7,57 Euro/m², frei finanziert 10,00 Euro/m²; Nebenkosten 3,50 Euro/m².
Grundpauschale: 95,00 Euro monatlich für Alleinstehende, 140,00 Euro für Paare.
Besonderheiten: Feste Ansprechpartnerin vor Ort ist Iris Müller. Direkte Nähe zum DRK Seniorenzentrum und Tageszentrum mit rollstuhlgerechten Wegen.

DRK Wohnen mit Service Dörnigheim (Eichendorffstraße 7a)

Standort: Eichendorffstraße 7a, 63477 Maintal-Dörnigheim
Wohnungen: 23 barrierefreie 2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von 54 bis 79 Quadratmetern.
Kosten: Kaltmiete öffentlich gefördert 8,45 Euro/m², frei finanziert 10,00 Euro/m²; Nebenkosten 3,50 Euro/m².
Grundpauschale: 95,00 Euro monatlich für Alleinstehende, 140,00 Euro für Paare.
Besonderheiten: Feste Betreuungskraft vor Ort ist Petra Klotz. Unmittelbar am DRK Seniorenzentrum Dörnigheim und nahe an den Mainauen gelegen.

DRK Wohnen mit Service Dörnigheim (Ascher Straße 31)

Standort: Ascher Straße 31, 63477 Maintal-Dörnigheim
Wohnungen: 28 seniorengerechte Einheiten mit Wohnflächen von 42 bis 58 Quadratmetern.
Kosten: Kaltmiete öffentlich gefördert 6,79 Euro/m²; Nebenkosten 3,50 Euro/m².
Grundpauschale: 70,00 Euro monatlich für Alleinstehende, 95,00 Euro für Paare.

Monatliche Mietspannen in Maintaler DRK-Service-Wohnanlagen
Wohnungsgröße Geförderte Warmmiete (ca.) Freifinanzierte Warmmiete (ca.) Betreuungspauschale
1 bis 1,5 Zimmer (ca. 45 m²)463 € bis 498 €ca. 608 €70 € bis 95 €
2 bis 3 Zimmer (ca. 60 m²)664 € bis 717 €ca. 810 €95 € bis 140 €

3. Was deckt die Betreuungspauschale ab; und was kostet extra?

Die monatliche Betreuungspauschale sichert ein verlässliches Grundpaket:

  • 24-Stunden-Hausnotruf: Jede Wohnung ist mit einer Hausnotrufanlage ausgestattet, die direkt auf die Notrufzentrale des DRK-Kreisverbandes Hanau aufgeschaltet ist.
  • Feste Sprechzeiten im Haus: Fachkräfte vor Ort helfen bei behördlichen Anträgen, Schriftverkehr und Alltagsfragen.
  • Vermittlungsdienste: Organisation von ambulanten Pflegediensten, Menübringdiensten, Physiotherapie oder mobiler Fußpflege.
  • Gemeinschaftsangebote: Gedächtnistraining, Seniorengymnastik, jahreszeitliche Feste und gesellige Nachmittage zur Vermeidung von Einsamkeit.

Wahlleistungen wie Wohnungsreinigung, Wäschedienst oder die warme Mittagsmahlzeit werden nur berechnet, wenn sie tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Freie Pflegedienstwahl ist gesetzlich geschützt

Einige Vermieter versuchen vertraglich festzulegen, dass im Pflegefall ausschließlich ein bestimmter Pflegedienst beauftragt werden darf. Eine solche Klausel ist nach Paragraf 13 des Wohn- und Betreuungsvertragsgesetzes (WBVG) unwirksam. Sie haben jederzeit das Recht, einen Pflegedienst Ihrer eigenen Wahl in Ihre Wohnung zu holen.

4. Finanzierung und staatliche Zuschüsse

Miete und Grundpauschale sind private Wohnkosten, die weder von der Krankenkasse noch von der Pflegekasse getragen werden. Folgende Zuschüsse können Sie prüfen:

  • Wohngeld (Mietzuschuss): Seniorinnen und Senioren mit geringer Rente können beim Stadtladen im Rathaus Hochstadt Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz beantragen.
  • Pflegekassenleistungen ab Pflegegrad 2: Wird Pflegebedürftigkeit festgestellt, zahlt die Pflegekasse das reguläre Pflegegeld oder übernimmt Pflegesachleistungen durch einen ambulanten Dienst.
  • Entlastungsbetrag (131 Euro im Monat): Kann für anerkannte Alltagsbegleiter oder Haushaltshilfen in der Wohnung eingesetzt werden.
  • Steuerermäßigung nach § 35a EStG: Der Lohnkostenanteil der Betreuungspauschale und haushaltsnaher Dienstleistungen kann zu 20 Prozent direkt von der Einkommensteuerschuld abgezogen werden.

Beratung zu Betreutem Wohnen in Maintal

Seniorenberatung der Stadt Maintal: Rathaus Hochstadt, Klosterhofstraße 4–6, Telefon 06181 400-365. Beratung zu barrierefreiem Wohnen und Wohnberechtigungsschein.

DRK Seniorenzentren Maintal (Service-Wohnen): Telefon 06109 606-0, E-Mail: info@seniorenzentren-maintal.de.

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